Warum der Arm im Alter immer länger wird – Presbyopie

Die Presbyopie, auch “Alterssichtigkeit” genannt, beschreibt die altersbedingte Veränderung der Augenlinse. Diese beginnt ab einem Alter von ca. 40-45 Jahren. Unsere Augenlinse verliert immer mehr an Elastizität im Alter und kann Objekte, die wir in der Nähe betrachten, nicht mehr scharf stellen. Mit anderen Worten, die Akkommodationsfähigkeit des Auges nimmt immer weiter ab. Am Anfang kann man dies noch ausgleichen, doch am Ende kommt man um eine Lesebrille nicht drumherum.

Um die Presbyopie auszugleichen muss man eine Addition zu der eigentlichen Korrektion hinzufügen. Diese ist je nach Alter unterschiedlich.
Hier eine kleine Orientierung, die aber auch von Person zu Person variieren kann:

Man sagt dass sich die Addition (oder auch Nahzusatz genannt) ca. alle 5 Jahre verändert. Durch die zunehmende Alterung der Linse, wird mit der Zeit ein immer höherer Nahzusatz benötigt. Mit 60 Jahren bleibt dieser Nahzusatz in der Regel aber stabil und wird nicht mehr erhöht.

Bei manchen Leuten treten schneller Beschwerden im Nahsehen auf als bei anderen. Dies hängt oft mit der Fehlsichtigkeit desjenigen zusammen. Haben wir beispielsweise jemanden der eine leichte Kurzsichtigkeit hat (wie z.B. -1,0 dpt), braucht dieser oftmals erst sehr spät eine Lesebrille, da dieser ohne Brille noch gut lesen kann. Haben wir allerdings jemanden der eine leichte Weitsichtigkeit hat, diese eventuell noch nicht bemerkt oder korrigiert hat, so wird dieser schneller eine Lesebrille benötigen (wahrscheinlich vor dem 40. Lebensjahr). Bei weitsichtigen Menschen wird dies daher schneller bemerkt, da man hier mehr Plusstärke in der Nähe wegakkommodieren müsste, als bei kurzsichtigen Menschen.

Jahresrückblick 2019

Dies ist heute mal ein etwas anderer Beitrag. Es wird der letzte Beitrag für 2019 sein. Hier werde ich auf das Jahr 2019 gemeinsam mit euch zurückblicken.

Im Sommer diesen Jahres hatte ich die Idee diesen Blog zu gründen. Es war während einer Autofahrt. Wir hörten einen Podcast zum Thema finanzielle Freiheit. Wir hatten bereits öfters den Gedanken einen eigenen Blog zu gründen. Allerdings fehlte uns die Idee. Die Person im Podcast sagte damals dass sich eine gute Idee für einen Blog finden lässt, wenn man selbst darüber nachdenkt was einen stört bzw. was einen fehlt.
Genau in diesem Moment hatte ich die Idee für schlauer-optiker.de!

In meiner Meisterschulzeit hat mir öfters ein Blog für die Augenoptik gefehlt. Ich habe nicht immer alles gleich im Unterricht verstanden und habe öfters im Internet nach hilfreichen Infos gesucht, aber wurde leider selten fündig.
Mit diesem Blog möchte ich euch auf eurem Weg (egal ob Ausbildung, Weiterbildung etc.) begleiten und unterstützen.

Dieser Blog existiert nun knapp ein halbes Jahr und ich bin wirklich dankbar über jeden der meine Seite besucht! Auf Instagram folgen mir nun über 140 Leute/Firmen und das nach so kurzer Zeit. Vielen Dank dafür!

Was ist 2019 noch geschehen?

Ich habe dieses Jahr im Oktober die Optikermesse Copenhagen Specs besucht und auch einen Beitrag für euch online gestellt. Ich konnte dort viele tolle Eindrücke gewinnen und vor allem viele tolle Unternehmen kennenlernen. Ich werde auch nächstes Jahr für euch auf Messen sein und euch darüber informieren. Auf der Opti in München im Januar 2020 werde ich aber leider nicht dabei sein.

Und nun mein ganz persönliches Highlight 2019. Vor einpaar Monaten ist eine Person (dessen Podcast ich sehr gerne höre) auf meinen Blog aufmerksam geworden. Derjenige findet meine Blogidee super und ich kann euch gar nicht sagen wie glücklich mich das gemacht hat!
Ich kann mich an dieser Stelle nur wiederholen, vielen Dank an jeden der meine Beiträge liest und mich unterstützt!

Für 2020 plane ich weiterhin viele neue Beiträge, es wird wie gewohnt jeden Montag ein neuer Beitrag für euch online gehen. Ich freue mich auf das kommende Jahr und bin gespannt was es für mich und meinen Blog bereithält.

Astigmatismus

Wie im letzten Beitrag bereits angekündigt, kommt nun hier der neue Beitrag zum Thema Astigmatismus.
Hier bekommt ihr erst einmal eine Übersicht von den Arten:

Der Astigmatismus wird in 2 Arten unterteilt, zum einen gibt es den Astigmatismus irregularis und zum anderen den Astigmatismus regularis. In diesem Beitrag geht es hauptsächlich um den Astigmatismus regularis, da der irregularis für uns nicht so relevant ist.

Aber erst einmal beantworte ich euch die Frage:
“Was bedeutet eigentlich Astigmatismus?”

Der Astigmatismus oder auch Stabsichtigkeit genannt, bezeichnet eine “verzerrte Abbildung bzw. Wahrnehmung”. Die Lichtstrahlen die aufs Auge treffen, bündeln sich nicht auf einen Punkt, sondern werden hier horizontal und vertikal unterschiedlich gebrochen. Dadurch entsteht keine punktuelle Abbildung, sondern eine verzerrte Abbildung.

Astigmatismus irregularis

Bei dieser Art spricht man von einem “unregelmäßigen Astigmatismus”. Wenn die 2 Hauptschnitte des Auges nicht 90° zueinander sind und/oder die Hornhaut des Auges stark vernarbt oder sehr uneben ist, dann handelt es sich um einen Astigmatismus irregularis. Diesen könnt ihr mit torischen Brillengläsern nicht korrigieren. Hier bleibt uns lediglich die Möglichkeit den Kunden mit formstabilen CL zu korrigieren.
Da sich bei formstabilen Kontaktlinsen eine Tränenlinse zwischen Hornhaut und CL bildet, werden die Unebenheiten optisch ausgeglichen. Die formstabile Kontaktlinse muss hier allerdings individuell angefertigt werden.

Astigmatismus regularis

Hier handelt es sich um einen “regelmäßigen Astigmatismus”. Die Hornhaut weist hier 2 unterschiedliche Krümmungsradien auf, wodurch diese Ellipsenförmig ist. Durch diese Form kommt es zu einer zusätzlichen Fehlsichtigkeit.

Man unterscheidet bei dieser Art, verschiedene Varianten bzw. Formen des Astigmatismus. Zum einen muss man Unterscheiden um welche Fehlsichtigkeit es sich bei dem Kunden generell handelt.
Ist dieser weitsichtig (hyerop) oder kurzsichtig (myop)?

Ist der Kunde weitsichtig, so handelt es sich um einen Astigmatismus regularis hyperopicus. Ist der Kunde kurzsichtig, so handelt es sich um einen Astigmatismus regularis myopicus.

Wenn wir die Art der Fehlsichtigkeit haben, folgt die Art der Zusammensetzung. Hier schaut man sich die beiden Hauptschnitte an und schaut auch hier nach der Fehlsichtigkeit. Auch hier gibt es 3 Möglichkeiten.

  1. Variante
    Zum einen gibt es den compositus. Bei dieser Variante liegen beide Hauptschnitte bei einer Fehlsichtigkeit.
    Um es anschaulicher zu machen, hier ein Beispiel:

Wir haben ein Auge mit folgender Fehlsichtigkeit:
sph -1,0 cyl -0,5 Achse 90°
Hier ist zu beachten, dass es 2 unterschiedliche Schreibweisen gibt! Zum einen gibt es die Minuszylinderschreibweise und die Pluszylinderschreibweise.
Bei unserem Beispiel wäre also die Pluszylinderschreibweise folgende:
sph -1,5 cyl +0,5 Achse 180°

Wir schauen bei der Art der Zusammensetzung immer auf den sphärischen Wert. In unserem Beispiel liegen beide Werte bei Minus, also beide Hauptschnitte sind kurzsichtig. Bei diesem Beispiel handelt es sich daher um einen Astigmatismus regularis myopicus compositus.

  1. Variante
    Eine weitere Möglichkeit ist der simplex. Bei dieser Form liegt ein Hauptschnitt direkt auf der Netzhaut, der andere davor oder dahinter (je nach Fehlsichtigkeit).
    Auch hier wieder ein Beispiel:

Wir haben ein Auge mit folgender Fehlsichtigkeit:
sph 0,0 cyl -0,75 Achse 90°
In der Pluszylinderschreibweise hätten wir somit folgenden Wert:
sph -0,75 cyl +0,75 Achse 180°

In unserem Beispiel liegt der sphärische Wert bei der Minuszylinderschreibweise bei 0,0 dpt, in der Pluszylinderschreibweise bei -0,75 dpt. Bei diesem Beispiel handelt es sich also um einen Astigmatismus regularis myopicus simplex.

  1. Variante
    Die letzte Variante ist der mixtus. Hier liegen die beiden Hauptschnitte sowohl vor als auch hinter der Netzhaut. Dies bedeutet dass das Auge sowohl kurzsichtig als auch weitsichtig ist. Hier ein Beispiel:

Wir haben ein Auge mit folgender Fehlsichtigkeit:
sph +0,5 cyl -0,75 Achse 90°
In der Pluszylinderschreibweise hätten wir somit folgenden Wert:
sph -0,25 cyl +0,75 Achse 180°

Ihr seht nun dass dieses Auge in der einen Schreibweise kurzsichtig ist und in der anderen Schreibweise weitsichtig ist. Dies hat zur Folge dass ihr nicht unbedingt die Fehlsichtigkeit benennen könnt. Hier handelt es sich um einen Astigmatismus regularis mixtus.

Haben wir nun auch die Art der Zusammensetzung, folgt zum Schluss die Bestimmung der Achslage. Hier ist zu beachten, dass man immer von der Pluszylinderschreibweise ausgeht. Man unterscheidet hier folgende 3 Möglichkeiten:

Aber auch hier gibt es gewisse Toleranzen. Um einen rectus handelt es sich, wenn die Achslage in der Pluszylinderschreibweise bei 90° liegt. Wobei hier eine Toleranz von +/- 15-20° zu beachten ist. Also auch bei Achslage 75° handelt es sich um einen rectus.
Habt ihr eine Achslage von 180° bzw. 0° handelt es sich um einen inversus. Auch hier gilt wieder die Toleranz von +/- 15-20°. Bei schrägen Achslagen wie 45° oder 135° handelt es sich um einen obliquus, aber auch hier wieder mit Berücksichtigung der Toleranz.

Ich hoffe ich konnte euch mit diesem Beitrag den Astigmatismus und deren Arten verständlich, als auch anschaulich erklären. Solltet ihr Fragen haben, schreibt mir gerne in den Kommentaren. Im nächsten Beitrag werde ich euch die Presbyopie erklären.

Fehlsichtigkeiten – die 3 wichtigsten auf einem Blick

In diesem Beitrag erfahrt ihr welche Fehlsichtigkeiten es gibt und wie man diese korrigieren kann. Die Fehlsichtigkeiten sind eine wichtige Grundlage in der Augenoptik, um zu verstehen wie die verschiedenen Brillengläser auf die jeweilige Fehlsichtigkeit wirkt.

Generell werden euch 5 Begriffe ständig begleiten:
Emmetrop, Myop, Hyperop, Astigmatismus und Presbyop.
Dies sind die 5 Fehlsichtigkeiten die wir unterscheiden, wobei das emmetrope Auge keine wirkliche Fehlsichtigkeit darstellt.
Aber dazu hier nun mehr:

das emmetrope Auge

Beim emmetropen Auge handelt es sich um die sogenannte Rechtsichtigkeit bzw. Normalsichtigkeit. Hier passen sowohl die Baulänge des Auges, sowie der Brechwert des Auges so zusammen, dass das scharfe Bild, welches betrachtet wird, auf der Netzhaut abgebildet wird.
In meinem Beispiel seht ihr, dass das Auge einen Stern in der Ferne betrachtet, da dieses Auge normalsichtig ist, wird der Stern nun direkt auf der Netzhaut abgebildet & scharf gesehen. Die Lichtstrahlen (hier die blauen Linien) treffen sich genau auf der Netzhaut und bilden hier ein scharfes Bild.

das myope Auge

Bei der Myopie handelt es sich um das kurzsichtige Auge. Hier ist die Baulänge des Auges zu lang oder der Brechwert des Auges zu groß. In der Regel handelt es sich hier aber um eine Mischung aus beiden.
Dadurch wird der Stern, welcher in der Ferne betrachtet wird, vor der Netzhaut abgebildet. Hier entsteht ein unscharfes Bild.
Um das Bild nun auf die Netzhaut zu bekommen, muss das myope Auge mit einem Minusglas (konkav) korrigiert werden.
Ein Minusglas hat eine streuende Wirkung, wodurch die Lichtstrahlen nun auf der Netzhaut zusammentreffen und ein scharfes Bild abbilden.

das hyperope Auge

Bei der Hyperopie handelt es sich um das weitsichtige Auge. Hier ist die Baulänge des Auges zu kurz oder der Brechwert des Auges zu klein. Auch hier handelt es sich in der Regel um eine Mischung aus beiden.
In unserem Beispiel wird der Stern nun hinter der Netzhaut abgebildet, wodurch auch hier ein unscharfes Bild entsteht.
Um das Bild nun auf die Netzhaut zu bekommen, muss das hyperope Auge mit einem Plusglas (konvex) korrigiert werden. Dieses Glas hat eine sammelnde Wirkung, wodurch die Lichtstrahlen nun gebündelt auf die Netzhaut treffen.

Neben diesen 3 Fehlsichtigkeiten gibt es noch den Astigmatismus und die Presbyopie. In dem nächsten Beitrag werde ich euch den Astigmatismus erklären sowie die verschiedenen Arten.
Auch ein Beitrag über die Presbyopie wird demnächst folgen, damit ihr dann alle 5 Fehlsichtigkeiten kennt.

Vielen Dank fürs lesen dieses Beitrages!

Veredelungen von Brillengläsern

In diesem Beitrag zeige und erkläre ich euch die verschiedenen Beschichtungen (oder auch Veredelungen), die man einem Kunststoffglas geben kann.
Ich werde euch die Veredelungen im einzelnen erklären und euch den Nutzen für den Kunden erklären.

Hier seht ihr den Aufbau eines Brillenglases dass eine Hartschicht, Entspiegelung und Lotusschicht hat:

Ich erkläre euch nun die einzelnen Schichten und welchen Nutzen diese mit sich bringen.

die Hartschicht

Die Härtung ist bei Kunststoffgläsern sehr wichtig. Da die Kunststoffgläser eine sehr weiche Oberfläche haben, werden die Gläser mit einer Hartschicht versiegelt. So haben diese eine längere Lebensdauer & zerkratzen nicht so schnell.
Der Kunde hat so länger etwas von seinen neuen Gläsern und er kann diese auch mal trocken putzen ohne das gleich Kratzer auf dem Glas entstehen.

die Entspiegelung

Wir werden oft gefragt wofür eine Entspiegelung überhaupt nötig ist. Eine Entspiegelung mindert Reflexe die auf einem Brillenglas entstehen und das bis zu 98%. Wäre keine Entspiegelung auf den Gläsern würde man jegliche Art von Reflexen wahrnehmen und dies wirkt sehr störend auf das Auge. Auch kommt weniger Licht durch unentspiegelte Gläser hindurch was zur Folge hat dass die Sehleistung und der Kontrast minimiert wird. Je nach Entspiegelung werden hier mehrere Entspiegelungsschichten aufgetragen. Je mehr Schichten aufgetragen werden desto besser ist die Entspiegelung. In der Optik unterscheiden wir zwischen der Einfach-, Mehrfach- und Superentspiegelung.

Hier noch einmal die Vorteile von entspiegelten Gläsern:
weniger störende Reflexe auf dem Glas
das Glas wirkt klarer
besseres Kontrastsehen
mehr Licht kommt durch das Glas
ermüdungsfreier für die Augen

die Lotusschicht

Die Lotusschicht oder auch Clean Coat genannt, ist eine schmutzabweisende Schicht mit einer glatten Oberfläche und antistatischer Wirkung.
Durch diese bleibt Staub/ Schmutz nicht mehr an dem Glas haften, auch Wasser perlt bei diesen Gläsern ab. Durch die schöne glatte Oberfläche hat der Kunde außerdem den Vorteil die Brillengläser viel leichter zu säubern.

Nun habt ihr einen Überblick über die 3 wichtigsten bzw. gängigsten Beschichtungen bekommen. Ihr könnt nun euren Kunden auch gute Argumente liefern wieso diese Veredelungen empfehlenswert sind.
Es gibt natürlich noch weitere Beschichtungen für Brillengläser, diese werde ich euch aber in späteren Beiträgen erklären.

Brillengläser – Aber welches Material?

Ein Kunde kommt zu euch in den Laden und benötigt neue Brillengläser. Es gibt 2 verschiedene Glasmaterialien die wir hier verwenden können, zum einen Silikat und zum anderen Kunststoff.

Aber welches Material eignet sich nun am besten?

Um das herauszufinden muss man auch hier eine Bedarfsanalyse machen, hier schauen wir welche Ansprüche der Kunde hat und welche Eigenschaften das Brillenglas haben sollte.
In diesem Beitrag erkläre ich euch die einzelnen Eigenschaften von Silikatgläsern und Kunststoffgläsern. Ich erkläre euch außerdem die Vor- und Nachteile dieser Gläser und für welche Personengruppen, welches Glas am besten geeignet ist.

Silikatgläser

Das Silikatglas ist ein mineralisches Material welches vor allem durch eine sehr harte Oberfläche besticht.  Es ist deutlich kratzfester als ein Kunststoffglas und dadurch auch langlebiger. Sie haben eine bessere Abbildungsqualität als Kunststoffgläser, da hier weniger Abbildungsfehler entstehen.
Außerdem lassen sich mineralische Gläser dünner fertigen als Kunststoffgläser, da es diese mit einem Brechungsindex bis zu 1,9 gibt.
Man sollte allerdings auch einiges bei diesen Gläsern beachten.
Die Bruchfestigkeit eines mineralischen Glases ist nicht sehr hoch, fällt also die Brille mal blöd runter kann das Glas zerbrechen. Auch ist das Gewicht dieser Gläser sehr entscheidend.
Ja Silikatgläser lassen sich, gerade bei hohen Stärken, deutlich dünner fertigen als Kunststoffgläser.

Nun das große ABER:
leider ist es so, dass diese Gläser bis zu 50% schwerer ausfallen als ein Kunststoffglas. Mineralische Gläser haben eine größere Dichte als Kunststoffgläser, weswegen mineralische Gläser generell dünner ausfallen. Bei höherem Brechungsindex dieser Gläser (beispielsweise 1,9) steigt die Dichte zudem noch mehr an, wodurch diese Gläser (auch wenn sie dünner sind) noch schwerer werden.

Hier noch einmal die Vor- und Nachteile zusammengefasst:

Silikatgläser sind am besten geeignet bei Leuten die in einer sehr staubigen Umgebung arbeiten. Denn dort müssen die Gläser viel aushalten und brauchen eine kratzfeste Oberfläche.
Dies gilt für Berufe im Bereich Bau oder auch in der Landwirtschaft.

Kunststoffgläser

Mittlerweile sind Kunststoffgläser die beliebteste Wahl bei den Brillengläsern. Kunststoffgläser bestehen aus einem organischem Material welches besonders leicht und bruchfest ist.
Sie bieten mehr Sicherheit als Silikatgläser und auch einen angenehmeren Tragekomfort. Organische Gläser gibt es mit einem Brechungsindex bis 1,74 (mittlerweile ist auch bereits 1,76 möglich) weswegen diese nicht so dünn zu fertigen sind wie mineralische Gläser.

Bei Kunststoffgläsern ist außerdem die optische Abbildung zu beachten:
Die Beste optische Abbildung habt ihr hier mit dem Brechungsindex 1,5 & 1,6. Dies hängt mit der Abbe Zahl zusammen. Ab dem Brechungsindex 1,67 & 1,74 entstehen schneller Abbildungsfehler wie z.B. Farbsäume (besonders bei höheren Stärken).
Leider haben organische Gläser zudem eine recht weiche Oberfläche wodurch diese schneller zerkratzen bzw. empfindlicher sind.
Darum werden Kunststoffgläser auch hauptsächlich mit einer zusätzlichen Härtung versehen damit diese langlebiger sind.

Auch hier sind noch einmal die Vor- und Nachteile für euch zusammengefasst:

Kunststoffgläser sind besonders gut für Leute geeignet die beispielsweise kleine Kinder haben. Aufgrund der hohen Bruchfestigkeit sind diese deutlich sicherer als mineralisches Glas. (Erfahrungsgemäß spielen Kinder nämlich sehr gerne mit Brillen)
Auch für Leute denen ein hoher Tragekomfort wichtig ist empfiehlt sich Kunststoff, da diese sehr leicht sind. Aber auch wenn die Brille viel aushalten soll ist Kunststoff eine gute Wahl.

Tipp: Wenn ihr Kunden habt die im Beruf mit Funken zu tun haben (z.B. Schweißer) dann empfiehlt sich hier eine Brille mit ganz einfachen Kunststoffgläsern ohne Veredelung (ohne Entspiegelung etc.). Denn in Kunststoffgläsern brennen sich die Funken nicht ein, sondern prallen ab. Würdet ihr hier Silikatgläser verwenden würden sich die Funken einbrennen und es wären viele kleine schwarze Punkte auf dem Glas zu sehen.

Ich hoffe das dieser Beitrag euch alle Fragen zu dem Thema Brillenglasarten beantworten konnte. Falls ihr noch Fragen habt könnt ihr diese gerne in den Kommentaren stellen.

Copenhagen Specs 2019

Auch in der Optik gibt es verschiedene Messen rund um das Thema Fassungen, Gläser, Kontaktlinsen als auch neueste Technologien.
Eine dieser Messen fand nun Anfang Oktober 2019 in Berlin statt:
Copenhagen Specs.
Die Messe kommt ursprünglich aus Dänemark und wird nun seit 2018 auch in Berlin veranstaltet. Wie ihr seht, ist diese noch eine sehr junge Messe, die aber absolut ein Besuch wert ist!

Hier zeigen viele Brillenhersteller aus verschiedenen Ländern ihre Produkte. Es wird viel Wert auf Nachhaltigkeit und Individualität gelegt.
Man kann vor Ort mit den Herstellern reden und viele tolle Infos erfahren! Das Beste (zumindest für mich ein kleines Highlight), ihr könnt auch vor Ort Brillen bei den Herstellern kaufen.

Ich würde euch nun einpaar Hersteller in diesem Beitrag vorstellen. So habt ihr einpaar Eindrücke von der Messe und stattet dieser vielleicht nächstes Jahr einen Besuch ab.

Einstoffen

Einstoffen war ein Stand den wir gleich zu Anfang besucht haben. Wir konnten es uns auch nicht nehmen lassen und mussten erstmal nach der Bedeutung des Namen fragen.
Einstoffen ist ein anderes Wort (in der Schweiz) für “jemanden schön einkleiden”. Ich kann euch sagen dass dieser Name auch wirklich sehr gut passt. Bei diesem Brillenhersteller gab es wunderschöne Brillen, die mit liebevollen Details gearbeitet wurden. Überzeugt euch hier einmal selbst:

Kleiner Einblick der Fassungen von Einstoffen.

Parasite Eyewear

Was soll ich zu diesem Brillenhersteller sagen außer das ich ihn liebe! Parasite Eyewear ist ein französischer Hersteller, der wirklich außergewöhnliche Fassungen herstellt.
Diese Brille sind aus einem tollen Material was zudem sehr leicht ist und sind optisch ein echter Hingucker.
Ich besitze selbst eine Brille dieser Firma und bin einfach nur begeistert.
Auch hier habt ihr mal einen kleinen Einblick:

Brillen von Parasite Eyewear.

Sea2See

Dieser Hersteller hat bei uns wirklich Eindruck hinterlassen.
Auch in der Optik ist der Punkt Nachhaltigkeit bereits ein großes Thema. Bei Sea2See bekommt man Brillen aus recyceltem Plastik aus dem Ozean. Eine Brille ist aus einem großen Sack recyceltem Plastik hergestellt! Wir waren sehr beeindruckt, man hat hier ein tolles modisches Produkt und hilft gleichzeitig der Umwelt. Auch hier einpaar Eindrücke:

Düsseldorf Eyewear

Düsseldorf Eyewear ist noch ein recht junges Unternehmen in der Augenoptik. Die Fassungen zeichnen sich durch Stil, Eleganz und Qualität aus. Die Brillen sind meist schlicht & elegant, aber dennoch sind diese ein echter Hingucker!
Auch hier nochmal einpaar Einblicke von den Brillen:

Wir ihr sehen könnt sind bei dieser Augenoptikermesse jede Menge tolle Firmen dabei! In diesem Beitrag habt ihr einen kleinen Einblick bekommen wie vielfältig diese Messe ist.
Ich hoffe das auch ihr nächstes Jahr diese Messe besucht, denn es lohnt sich wirklich.

{unbezahlte Werbung, da Nennung & Vorstellung einzelner Brillenhersteller}

die 3 Augenbewegungen

In diesem Beitrag erkläre ich euch die 3 Klassifizierungen der Augenbewegungen mit den jeweiligen Unterarten.
Diese werden in Duktionen, Versionen und Vergenzen unterteilt.

Duktion ist die Drehbewegung eines Auges.

Versionen sind konjugierte Bewegungen beider Augen, um die gleichen Achsen und in gleicher Richtung.

Vergenzen sind disjugierte Bewegungen beider Augen, um die gleichen Achsen aber in entgegengesetzter Richtung.

Diese 3 Augenbewegungen haben noch einige Unterarten.
In meinem letzten Beitrag habt ihr bereits kurz die einzelnen Duktionsarten kennengelernt.

  • Abduktion
    Drehung des Augapfels um die vertikale Achse, erzeugt Auswärtswendung
  • Adduktion
    Drehung des Augapfels um die vertikale Achse, erzeugt Einwärtswendung
  • Supraduktion
    Drehung des Augapfels um die Querachse, erzeugt Hebung
  • Infraduktion
    Drehung des Augapfels um die Querachse, erzeugt Senkung
  • Inzykloduktion
    Drehung des Augapfels um die sagittale Achse, erzeugt Einwärtsrollung
  • Exzykloduktion
    Drehung des Augapfels um die sagittale Achse, erzeugt Auswärtsrollung

Desweiteren gibt es noch Versionen.

  • Lävoversion
    beide Augen sind nach links gedreht
  • Dextroversion
    beide Augen sind nach rechts gedreht
  • Supraversion
    beide Augen sind nach oben gedreht
  • Infraversion
    beide Augen sind nach unten gedreht
  • Lävozykloversion
    beide Augen verrollen nach links
  • Dextrozykloversion
    beide Augen verrollen nach rechts

Die letzte Klassifizierung der Augenbewegungen sind die Vergenzen. Zwei dieser Vergenzen kennt ihr bestimmt bereits, die Konvergenz und Divergenz.

  • Konvergenz
    beide Augen sind nach innen gedreht
  • Divergenz
    beide Augen sind nach außen gedreht
  • positive Vertikalvergenz
    das rechte Auge ist nach oben gedreht,
    das linke Auge ist nach unten gedreht
  • negative Vertikalvergenz
    das rechte Auge ist nach unten gedreht,
    das linke Auge ist nach oben gedreht
  • Inzyklovergenz
    Verrollung beider Augen nach innen
  • Exzyklovergenz
    Verrollung beider Augen nach außen

Nun habt ihr einen ausführlichen Einblick über die 3 Augenbewegungen bekommen. Wenn ihr Fragen habt schreibt mir gerne in den Kommentaren.

die Wirkungen der Augenmuskeln

In dem heutigen Beitrag erfahrt ihr die einzelnen Wirkungen der Augenmuskeln. Diese werden in Primär- und Sekundärwirkungen unterteilt.

Eine Besonderheit stellen hier der Musculus rectus medialis (gerader innerer Augenmuskel) & Musculus rectus lateralis (gerader äußerer Augenmuskel) dar. Denn diese besitzen nur eine Primärwirkung und keine Sekundärwirkung.

Musculus rectus medialis (gerader innerer Augenmuskel)
> Primärwirkung: Adduktion

Musculus rectus lateralis (gerader äußerer Augenmuskel)
> Primärwirkung: Abduktion

Die anderen 4 Augenmuskeln haben jeweils Primär- als auch Sekundärwirkungen.

Musculus rectus superior (gerader oberer Augenmuskel)
> Primärwirkung: Supraduktion
> Sekundärwirkung: Adduktion, Inzykloduktion

Musculus rectus inferior (gerader unterer Augenmuskel)
> Primärwirkung: Infraduktion
> Sekundärwirkung: Adduktion, Exzykloduktion

Musculus obliquus superior (schiefer oberer Augenmuskel)
> Primärwirkung: Infraduktion, Inzykloduktion
> Sekundärwirkung: Abduktion

Musculus obliquus inferior (schiefer unterer Augenmuskel)
> Primärwirkung: Supraduktion, Exzykloduktion
> Sekundärwirkung: Abduktion

Ihr werdet euch vielleicht fragen was diese Duktionsarten genau sind.
Hier handelt es sich um Augenbewegungen, die in 3 Arten unterschieden werden. In diesem Beitrag erfahrt ihr mehr.

die 6 äußeren Augenmuskeln

In diesem Beitrag lernt ihr die 6 äußeren Augenmuskeln, incl. lateinischer Begriffe, kennen.
Außerdem erfahrt ihr hier von welchen Nerven die einzelnen Augenmuskeln versorgt werden.

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen 4 geraden Augenmuskeln und 2 schiefen Augenmuskeln.

  1. gerader oberer Augenmuskel
    lat. Musculus rectus superior
    Für die Versorgung ist hier der obere Ast des Nervus oculomotorius verantwortlich.

  2. gerader unterer Augenmuskel
    lat. Musculus rectus inferior
    Für die Versorgung ist hier der untere Ast des Nervus oculomotorius verantwortlich.

  3. gerader äußerer Augenmuskel
    lat. Musculus rectus lateralis
    Für die Versorgung ist hier der Nervus abducens verantwortlich.

  4. gerader innerer Augenmuskel
    lat. Musculus rectus medialis
    Für die Versorgung ist hier der untere Ast des Nervus oculomotorius verantwortlich.

  5. schiefer oberer Augenmuskel
    lat. Musculus obliquus superior
    Für die Versorgung ist hier der Nervus trochlearis verantwortlich.

  6. schiefer unterer Augenmuskel
    lat. Musculus obliquus inferior
    Für die Versorgung ist hier der untere Ast des Nervus oculomotorius verantwortlich.

In diesem Beitrag erkläre ich euch die verschiedenen Wirkungen der oben genannten Augenmuskeln. Dort erfahrt wofür diese im Einzelnen zuständig sind.