die Kontaktlinse – Doch welche ist die Richtige für mich?

In der Augenoptik ist die Kontaktlinse ein immer größer werdendes Thema. Sie ist gerade für sportliche Aktivitäten geeignet, aber auch bei Leuten mit hohen Fehlsichtigkeiten eine gern genommene Alternative.

In dem heutigen Beitrag erkläre ich euch die Unterschiede zwischen weichen und formstabilen Kontaktlinsen. Außerdem erfahrt ihr die Vor- & Nachteile dieser 2 Arten.

Weiche Kontaktlinsen

Auch bei weichen Kontaktlinsen gibt es 2 verschiedene Materialien.
Es gibt zum einen Silikon Hydrogele Linsen und Hydrogele Linsen.
Hydrogele Linsen sind eine ältere Herstellform der weichen Kontaktlinsen. Diese haben einen sehr hohen Wassergehalt, wodurch diese dünner und weicher sind. Dafür trocknen diese allerdings schneller auf dem Auge aus und auch die Sauerstoffversorgung des Auges ist hier nicht so gut wie bei Silikon Hydrogelen Linsen.
Bei Silikon Hydrogelen Linsen handelt es sich um die modernste Form der weichen Kontaktlinse. Durch die Zugabe von Silikon ist hier eine sehr hohe Sauerstoffversorgung des Auges gegeben (bis zu 98%). Somit ist sie die beste aber auch gesündeste Variante der weichen Kontaktlinsen.
Weiche Kontaktlinsen sind sehr flexibel durch den hohen Wassergehalt, somit bietet diese Linse einen sehr hohen Tragekomfort. Allerdings brauchen diese Linsen viel Flüssigkeit, was auf Dauer das Auge austrocknet. Hier sollte das Auge regelmäßig nachbenetzt werden.

Hier nun einmal die Vor- und Nachteile von weichen Kontaktlinsen:

Formstabile Kontaktlinsen

Diese bestehen aus formstabilem Kunststoff, sind deutlich kleiner als die weichen Kontaktlinsen und bedecken somit die Hornhaut nicht komplett.
Formstabile Kontaktlinsen schwimmen auf dem Tränenfilm und sitzen dadurch nicht fest auf der Hornhaut. Sie bieten eine optimale Sauerstoffversorgung des Auges und trocknen dieses nicht aus.
Bei diesen Linsen handelt es sich um Spezialanfertigungen, die genau auf das Auge zugeschnitten werden. Hier werden alle Hornhautradien berücksichtigt um einen optimalen Sitz zu garantieren. Bei formstabilen Linsen ist eine bessere Korrektion der Augen möglich, hier habt ihr die Möglichkeit auch Kunden mit sehr hohen Stärken (wie 10 dpt) oder einen sehr hohen Astigmatismus zu korrigieren. Außerdem bieten diese Linsen eine optimale Korrektion bei der Augenkrankheit Keratokonus.

Ihr fragt euch wahrscheinlich warum diese Linsen, im Vergleich zu weichen Kontaktlinsen, dann seltener verkauft werden?

Formstabile Linsen bieten am Anfang kein angenehmes Tragegefühl. Man hat ein Fremdkörpergefühl im Auge (gerade beim blinzeln).
Dies bedeutet für den Kunden eine längere Eingewöhnungszeit. Außerdem haben formstabile Kontaktlinsen auch einen höheren Preis als weiche Kontaktlinsen, dafür könnt ihr diese teilweise (bei guter Pflege) auch mehrere Jahre tragen.

Hier noch einmal die Vor- und Nachteile für euch zusammengefasst:

Nun kennt ihr die wesentlichen Unterschiede von weichen & formstabilen Kontaktlinsen. Ich hoffe dass euch dieser Beitrag gefallen hat. Solltet ihr Fragen zu diesem Thema haben schreibt mir gerne unten in die Kommentare. Ich freue mich über jeden Kommentar!

unsere Hornhaut und ihre Schichten

In diesem Beitrag geht es um unsere Hornhaut am Auge. Sie ist ein wesentlicher Bestandteil unseres Auges. Zentral ist diese 0,5 – 0,6 mm dick, peripher sogar 1 mm.

Sie ist sehr schmerzempfindlich, da hier sensible Nervenfasern verlaufen. Hier finden wir den Nervus nasociliaris (Ast des Nervus ophthalmicus und Ast des Nervus trigeminus) der mit kurzen und langen Ziliarnerven unsere Hornhaut versorgt.

Auch die Hornhaut wird in mehrere Schichten unterteilt:
1. Epithel
2. Basalmembran
3. Bowman-Membran
4. Stroma
5. Dua-Schicht
6. Descemet-Membran
7. Endothel
Diese Schichten haben unterschiedliche Eigenschaften, die ich euch im einzelnen hier nochmal erkläre.

Epithel

Unser Epithel ist 50 μm (Mikrometer) dick. Es ist ein unverhorntes, mehrschichtiges Plattenepithel, welches wir nochmals in 3 Schichten unterteilen können:
1. oberste Schicht: Deckzellen
2. mittlere Schicht: isoprismatische Zellen
3. unterste Schicht: hochprismatische Basalzellen

Das Epithel hat eine wichtige und zugleich besondere Eigenschaft, nämlich ein hohes Regenerationsvermögen. Verletzt man sich beispielsweise oberflächlich am Auge (wenn nur das Epithel betroffen ist), so regeneriert sich dieses vollständig & das nach max. 7 Tagen. Hier kommt es auf die Schwere der Verletzung an. Sind es kleinere Verletzungen, dann sogar in nur wenigen Stunden.

Basalmembran

Zu der Basalmembran gibt es nicht soviel zu sagen. Diese ist 0,01 μm – 0,03 μm dick und macht damit nur einen geringen Teil der Hornhaut aus. Diese Schicht geht peripher in die Bindehaut über.

Bowman-Membran

Die Bowman-Membran ist scharf abgegrenzt zur Basalmembran und geht nach unten fließend in das Stroma über. Diese Schicht ist 7 μm – 14 μm dick. Bei dieser Schicht liegt leider keine vollständige Regeneration vor. Wird diese durch eine Verletzung beschädigt, kommt es zur Narbenbildung.

Stroma

Das Stroma macht fast 90% der Hornhautdicke aus. Diese Schicht besteht aus Kollagenfibrillen, zusammengefasst in Faserbündeln.

Dua-Schicht

Diese Schicht wurde erst 2013 entdeckt. Bis zu diesem Zeitpunkt ging man von 5 bzw. 6 Schichten der Hornhaut aus. Sie wurde nach dem Wissenschaftler benannt, der diese entdeckt hat. Die Dua-Schicht ist ca. 15 μm dick. Es handelt sich hier um eine luftdurchlässige, sehr reißfeste Kollagenschicht.

Descemetmembran

Die Descemetmembran hat eine Dicke von 6 μm – 8 μm. Diese ist ähnlich wie die Bowman-Membran. Auch hier kommt es zur Narbenbildung, sobald die Schicht verletzt wird.

Endothel

Die unterste Schicht der Hornhaut ist das Endothel. Diese hat eine Dicke von ca. 5 μm. Sie ermöglicht den Stoffwechsel zwischen Stroma und Kammerwasser. Hierbei wird aktiv Wasser aus dem Stroma gepumpt, um die Transparenz zu erhalten.

die Ernährung der Hornhaut

Die Hornhaut wird vom Kammerwasser, über das Endothel, mit Nährstoffen versorgt. Hier werden wichtige Stoffe, wie Glukose, für den Stoffwechsel aufgenommen.

In der Hornhaut befinden sich keine Blutgefäße, da durch ihre Färbung das Gesichtsfeld eingeschränkt werden würde. Darum finden wir am Rand der Hornhaut das sogenannte Randschlingennetz. Dieses ist ein Gefäßsystem von dem ein gewisser Teil der Ernährung für die Hornhaut ausgeht. Sauerstoff wird direkt aus der Luft durch den Tränenfilm über das Epithel aufgenommen.

die 3 Schichten unseres Tränenfilms

In diesem Beitrag erfahrt ihr alles wichtige über die 3 Schichten unseres Tränenfilms. Unser Tränenfilm wird in folgende Schichten unterteilt:

  1. Lipidschicht
  2. wässrige Schicht
  3. Muzinschicht

All diese Schichten haben wichtige Aufgaben:

Beispielsweise wird die Lipidschicht von den Meibomschen Drüsen in den Lidern gebildet. Es ist eine öl- und talghaltige Schicht, die unter anderem aus Cholesterin, Phospholipiden und Triglyzeriden besteht. Diese Schicht verhindert eine schnelle Verdunstung des Tränenfilms und somit die Austrocknung der Augen.

Unsere wässrige Schicht glättet die Hornhautoberfläche. Sie schützt somit auch die Hornhaut und Bindehaut vor der Austrocknung und spült außerdem Fremdkörper aus unserem Auge. Sie wird von der Tränendrüse und akzessorischen Tränendrüsen gebildet. Die wässrige Schicht besteht aus Wasser, Glucose, Sauerstoff, Nährstoffen sowie Proteinen. Zudem werden über die wässrige Schicht, Stoffwechselprodukte abtransportiert.

Die Muzinschicht bildet die Grundlage für den Halt der wässrigen Schicht auf dem Hornhautepithel. Es ist eine Schleimschicht, die von Becherzellen der Bindehaut gebildet wird. Diese Becherzellen lösen sich hier auf um Muzin freizugeben.

Warum ist eigentlich unsere Augenfarbe so wie sie ist?

Es gibt soviele unterschiedliche Augenfarben, beispielsweise gibt es blaue, grüne, graue oder auch braune Augen. Aber auch viele verschiedene Mischvarianten, wie blaugrau oder grünbraun. Habt ihr euch schon mal gefragt wie unsere Augenfarbe überhaupt zustande kommt? Warum sie so ist, wie sie ist?

Dieser Frage werden wir gleich auf dem Grund gehen. Zunächst kommen aber einpaar allgemeine Infos zur Iris (Regenbogenhaut).

Unsere Iris besteht aus Epithelzellen, Muskelfasern und Bindegewebe. Außerdem wird die Iris in zwei Muskeln unterteilt, die zudem eine wichtige Funktion haben.

Hierbei handelt es sich um antagonistische Muskeln. Zum einen haben wir den Ringmuskel (Schließer) und den Radialmuskel (Öffner).

Diese 2 Muskeln regulieren durch Verkleinerung und Vergrößerung der Pupille den Lichteinfall, der in unser Auge gelangt.

So, und wie kommt es nun zu unserer Augenfarbe?

Unsere Iris besitzt ein Pigmentepithel und eine Stromapigmentierung. Durch diese zwei Schichten kommt unsere Augenfarbe erst zustande.

Das Pigmentepithel erscheint generell blau. Wenn die Stromapigmentierung zudem pigmentarm ist und auch sehr dünn ist, kommt es zu der Augenfarbe blau. Ist die Stromapigmentierung allerdings dicker und dennoch pigmentarm, kommt es zu einer grauen Augenfarbe.

Wenn die Stromapigmentierung aber stärker pigmentiert ist, kommt es zu einer braunen Augenfarbe. Und wenn diese weniger gelblich pigmentiert ist, erscheint unsere Iris grün.

Bei Albinismus fehlen z.B. alle Pigmente. Hier erscheint unsere Iris eher rötlich, da unsere Netzhaut durchschimmert.

das Augenlid & seine schützende Funktion

In diesem Beitrag erfahrt ihr einige interessante Infos zu unserem Augenlid. Unter anderem zeige ich euch den Aufbau mit allen wichtigen Bestandteilen, aber auch deren Aufgaben.

Unser Augenlid dient als eine Art Schutzeinrichtung vor unserem Auge.
Beispielsweise dienen unsere Wimpern als Staubfänger und sollen das eindringen von Fremdkörpern verhindern. Durch unseren Lidschlag verteilt sich die Tränenflüssigkeit auf unserem Auge, wodurch auch Fremdkörper aus unserem Auge gespült werden.

Hier seht ihr einmal den Aufbau von unserem Augenlid:

Wie ihr bereits in der Skizze sehen könnt, lassen sich verschiedene Drüsen im Augenlid finden.

Eine der wichtigsten ist hierbei die Meibomsche Drüse. Diese finden wir sowohl am oberen und unteren Lidrand. Sie produzieren Talg, welches auch Sebum genannt wird. Dieses fettet unsere Lidränder und sorgt dafür das diese nicht verkleben. Außerdem finden wir diesen Talg in unserer Lipidschicht vom Tränenfilm wieder. Diese verhindert nämlich die Verdunstung unseres Tränenfilms.

Die Mollschen Drüsen sitzen zwischen unseren Haarbälgern der Wimpern und produzieren Schweiß.
Die Zeisschen Drüsen finden wir hingegen an den Haarbälgern der Wimpern. Auch diese produzieren einen Talg, der dafür sorgt das unsere Wimpern weder abbrechen, noch brüchig werden.

Aber auch verschiedene Muskeln lassen sich in unserem Augenlid finden.
Zum einen haben wir…

  • den Lidhebemuskel (lat. Musculus levator palpebrae superior)
  • den Augenringmuskel (lat. Musculus orbicularis oculi) auch Lidschließmuskel
  • und den Müller‘schen Lidmuskel

Der Lidhebemuskel sorgt gemeinsam mit dem Müller‘schen Lidmuskel für die Öffnung des Augenlides. Der Müller‘sche Lidmuskel lässt sich hierbei sowohl im Ober- als auch Unterlid finden.

Der Augenringmuskel umgibt unser komplettes Auge. Dieser ist hauptsächlich für die Schließung unserer Augenlider verantwortlich.

Aniseikonie & Anisometropie – Wenn die Augen nicht zueinander passen.

Oft fragen wir uns, was eigentlich der Unterschied zwischen der Aniseikonie & Anisometropie ist. Gerne werden diese beiden Begriffe verwechselt oder sogar als eins (fälschlicherweise) angesehen.

Anisometropie

Um eine Anisometropie handelt es sich, wenn beide Augen eine unterschiedliche Brechkraft haben. Dies kann bereits angeboren sein oder auch durch eine Verletzung an einem Auge entstehen. Durch die unterschiedliche Brechkraft können dementsprechend auch verschiedene Kombinationen auftreten.

Beispielsweise können hier beide Augen myop und hyperop sein, aber auch ein Auge hyperop und das andere myop sein.
Allerdings kann auch nur ein Auge eine Fehlsichtigkeit haben und das andere nicht. Vor allem bei dieser Variante sollte man aufpassen, dass keine Einschränkungen im binokularem Sehen entstehen.

Vielleicht fragt ihr euch jetzt, wieso dadurch eine Einschränkung im räumlichen Sehen entstehen kann?

Habt ihr z.B. ein Auge das Emmetrop ist (also Normalsichtig), so wird dieses genutzt um scharf in die Ferne zu sehen. Ist das andere Auge nun aber myop, wird dieses im Alter zum lesen genutzt. Somit werden die Augen jeweils für unterschiedliche Situationen genutzt und es kommt zum einseitigen Sehen. Man nennt dies auch Monovision. Hier leidet das binokulare oder auch räumliche Sehen.

Durch eine Anisometropie kann auch eine Aniseikonie entstehen (muss es aber nicht).
Bis zu einem gewissen Maße lässt sich die Anisometropie oft ausgleichen, sodass diese gar nicht bemerkt wird. Oftmals wird eine Anisometropie erst ab einen Stärkenunterschied von mehr als 2 dpt wahrgenommen.

Aniseikonie

Bei einer Aniseikonie handelt es sich um unterschiedlich große Netzhautbilder die auf unserer Netzhaut entstehen. Dies kann beispielsweise durch eine Anisometropie entstehen oder auch angeboren sein.

Ist eine Aniseikonie vorhanden, so kann diese zu einem schlechten räumlichem Sehen führen. Die beiden Bilder auf der Netzhaut können nicht zu einem Bild fusioniert werden. Dadurch entstehen beispielsweise Doppelbilder oder das vermeintlich schlechtere Auge wird einfach nicht komplett zum Sehen genutzt.
Hier herrscht dann eine Dominanz des besser sehenden Auges.

die Augenlinse – ein wichtiges Instrument unseres Auges

In diesem Beitrag geht es um das anatomische Thema:
die Augenlinse.
Ich erkläre euch den Aufbau der Augenlinse, sowie deren Funktion im Auge. Außerdem erfahrt ihr in diesem Beitrag wie die Augenlinse ernährt bzw. versorgt wird.

der Aufbau

Unsere Augenlinse hat eine bikonvexe Form. Hier ist die vordere Fläche weniger stark gekrümmt als die hintere Fläche.

Die Linse ist von einer elastischen Hülle umgeben, der sogenannten Linsenkapsel. Diese Hülle enthält, genauso wie die Hornhaut, eine Epithelschicht.
Das Innere der Augenlinse besteht aus Linsenfasern. Diese werden von der Epithelschicht der Linsenkapsel produziert.
Diese Linsenfasern bilden gleichzeitig auch den Linsenkern, da diese sich zu einer homogenen Masse zusammensetzen. Im Laufe des Lebens wird dieser Linsenkern, durch die weiteren Ablagerungen der Linsenfasern, immer dichter und fester.

Folgen: Die Elastizität lässt mit den Jahren immer weiter nach, die Folge hieraus ist die Presbyopie.

Die Augenlinse wird von den Zonularfasern gehalten, diese dienen als eine Art Aufhängung. Die Zonularfasern verbinden außerdem die Linse mit dem Ziliarkörper.

Unsere Augenlinse ist sehr elastisch und strebt (eigentlich) danach, eine Kugelform anzunehmen. Wie ihr aber bereits im Bild sehen könnt, ist unsere Augenlinse eher langgezogen als kugelförmig. Dies geschieht durch die Zonularfasern, da diese die Linse ,,langziehen”.

Was macht unsere Augenlinse eigentlich? Was ist ihre Funktion?

Die Hauptfunktion unserer Linse ist die Fähigkeit der Akkommodation. Dies bedeutet das sich die Augenlinse verformen kann, um sich auf Ferne und Nähe einzustellen. Man kann es sich hier ähnlich wie bei einer Kamera vorstellen. Auch hier gibt es eine Zoom Funktion, mit der ihr das Bild nach belieben ranholen könnt, aber auch ein weiter entferntes Bild scharf stellen könnt.

Durch die Elastizität der Linse, ist diese Verformung erst möglich. Wie aber bereits beschrieben, lässt diese Elastizität mit zunehmenden Alter nach. Dadurch kommt es später zur sogenannten Alterssichtigkeit und das ,,ranzoomen” funktioniert dann leider nicht mehr. Abhilfe schafft hier dann die Lesebrille.

Wie wird die Augenlinse ernährt?

Unsere Augenlinse enthält keinerlei Blutgefäße. Darum kümmert sich hier unser Kammerwasser um die Ernährung der Linse.
Zudem sind keine Nervenfasern in der Augenlinse vorhanden, wodurch bei altersbedingten oder auch krankhaften Veränderungen der Linse, keine Schmerzen empfunden werden.

Augenarzt oder Augenoptiker? – Wer macht was?

In diesem Beitrag geht es um die Aufgaben des Augenarztes, sowie die des Augenoptikers. Auch heutzutage sind die jeweiligen Aufgabengebiete bei den Kunden nicht immer ganz bekannt.

Generell gilt aber, dass der Augenarzt und der Augenoptiker zusammenarbeiten und im ständigen Austausch miteinander sind.

der Augenarzt – Wo liegen seine Schwerpunkte?

Der Augenarzt ist für medizinische Untersuchungen des Auges zuständig. Er überprüft den Gesundheitszustand und schaut ob irgendwelche Auffälligkeiten im bzw. am Auge zu sehen sind. Aber auch operative Eingriffe gehören zu seinen Aufgaben.
Besonders ab dem 40. Lebensjahr sollte man alle 1-2 Jahre zur Vorsorgekontrolle gehen, da mit dem Alter leider verschiedene Augenkrankheiten entstehen können.

Eine genaue Sehstärkenüberprüfung findet beim Augenarzt oft nicht mehr statt. Die Zeit reicht dafür einfach nicht mehr aus. Beim Augenarzt zählt der Sehtest meistens als Zusatzleistung, welcher aber gegen ein entsprechendes Entgelt durchgeführt werden kann. Hier holen sich Augenärzte oftmals Hilfe von Augenoptikern, Augenoptikermeistern oder auch Optometristen. Diese führen für den Augenarzt dann eine Sehstärkenbestimmung oder auch andere kleinere Untersuchungen, wie Screening Teste, durch. Somit wird der Augenarzt entlastet und kann sich ganz auf den gesundheitlichen Zustand des Auges konzentrieren.

der Augenoptiker

Der Augenoptiker ist hauptsächlich für die Bestimmung der Sehstärke verantwortlich. Hier wird ebenso die genaue Sehschärfe (Visus) bestimmt und bei Auffälligkeiten an den Augenarzt verwiesen.

Denn Achtung! Ein Augenoptiker darf keine Diagnosen oder Vermutungen zu Augenkrankheiten stellen! Das macht der Augenarzt!

Der Optiker berät die Kunden bei der Auswahl der neuen Brillenfassung sowie bei den Gläsern. Hier ist immer die Sehstärke (Dioptrie) des Kunden individuell zu betrachten. Denn wir wollen das bestmögliche Ergebnis für den Kunden erreichen. Sei es bei den Brillengläsern, als auch bei der Auswahl der Fassung.

Sind die erforderlichen Geräte vorhanden, kann ein Augenoptikermeister oder ein Optometrist auch verschiedene Untersuchungen durchführen.
Hierzu zählen z.B. Screening Tests wie Augeninnendruckmessung (Tonometrie), Gesichtsfeldmessung aber auch die Kontrolle des Netzhauthintergrundes.
Man kann dadurch dem Augenarzt im Vorfeld bereits Arbeit abnehmen und der Kunde erspart sich so oftmals eine längere Wartezeit für einen Termin beim Augenarzt.

Grüner Star – nicht nur ein erhöhter Augeninnendruck

Oft wird der Grüne Star gleichgesetzt mit erhöhtem Augeninnendruck, dies ist allerdings nicht ganz korrekt.
Doch nicht immer ist ein erhöhter Augeninnendruck die Ursache eines Glaukoms.
Es ist zwar die häufigste Variante aber nicht die Einzige!

Leider ist der Grüne Star eine der häufigsten Erblindungsursachen, ca. 15-20% der Erblindeten haben ihr Augenlicht durch einen Glaukom verloren.*

Unter dem Begriff Glaukom werden verschiedene Augenkrankheiten zusammengefasst und alle schädigen den Sehnerv. Der lateinische Begriff für diese Krankheit nennt sich ,,Glaukom”.
Das Gesichtsfeld wird immer mehr beschädigt, sodass nach und nach einige Lücken auftreten. Meist wird dies jedoch sehr spät wahrgenommen, da es sich auch hier um einen schleichenden Prozess handelt.

der Offenwinkelglaukom

Die häufigste Form (mit ca. 90%) ist der Offenwinkelglaukom.
Hier handelt es sich um einen erhöhten Augeninnendruck. Schuld ist ein Ungleichgewicht zwischen der Menge an Kammerwasser, die produziert wird, und der Menge an Kammerwasser, die abfließen kann.

Ebenso gehört der Winkelblockglaukom dazu, dieser tritt allerdings seltener auf als der Offenwinkelglaukom. Hierbei handelt es sich um einen kompletten Verschluss des Kammerwinkels wodurch das Kammerwasser nicht abfließen kann. Durch die massive Druckerhöhung kommt es zu einer starken Schädigung der Nervenfasern und das innerhalb von wenigen Stunden.

Ein zu hoher Augeninnendruck ist für Betroffene nicht unbedingt spürbar. Darum sollte hier eine Kontrolle durch den Augenarzt ab dem 40. Lebensjahr durchgeführt werden.

Einzige Ausnahme ist hier jedoch der Winkelblockglaukom.
Bei dieser Variante kann der Betroffene Augenschmerzen, verschwommenes Sehen, rote Augen aber auch Symptome wie Übelkeit verspüren.

Auch gibt es verschiedene Risikofaktoren wie:

  • zunehmendes Alter
  • Myopie (Kurzsichtigkeit)
  • Veranlagung in der Familie
  • Durchblutungsstörung
  • sehr niedriger Blutdruck
  • eine dünne Hornhaut
  • Diabetis
  • die Ethnie (Menschen mit afrikanischer Abstammung sind öfters betroffen)

Doch was ist die genaue Ursache?

Der Augeninnendruck entsteht in der vorderen und hinteren Augenkammer und wird durch das Kammerwasser reguliert.
Das Kammerwasser fließt hier kontinuierlich von der hinteren in die vordere Augenkammer. Von dort aus fließt es durch den Schlemmschen Kanal wieder heraus.
Durch diesen Kreislauf kommt es zu einem konstanten Druck im Auge. Zudem hat das Kammerwasser die wichtige Aufgabe sowohl die Hornhaut, die Iris als auch die Augenlinse mit Nährstoffen zu versorgen.

Doch was ist wenn dieser Kanal bzw. Abfluss verstopft ist?
Genau hier liegt das Problem, bei Betroffenen ist der Abfluss verstopft bzw. das Kammerwasser kann nicht richtig abfließen und es staut sich. Es entsteht nun ein erhöhter Druck im Auge. Dies belastet den Sehnerv und die Gefahr, das Nervenzellen absterben, steigt.

Übrigens:
Ein normaler Augeninnendruck sollte zwischen 10 und 21 mmHg liegen.

Aber nicht immer ist ein erhöhter Augeninnendruck schuld an einem Glaukom.

Ein Glaukom kann genauso durch Entzündungen, Verletzungen aber auch durch Gefäßerkrankungen entstehen. Leider kann es auch in manchen Fällen durch Medikamenteneinnahme oder verschiedene Heilmaßnahmen als Nebenwirkung auftreten.* Bei dieser Variante spricht man von einem sekundären Glaukom. Dieser ist allerdings recht selten.

*aus dem Buch ,,Augenheilkunde” von Gerhard K. Lang

Grauer Star – Ist das eine Vogelart?

Wie die Überschrift bereits verrät geht es heute um den Grauen Star.
Hierbei handelt es sich um keine neue Vogelart, sondern um eine Augenkrankheit.

Der Graue Star bezeichnet eine Trübung der Augenlinse. Die Linse verliert immer mehr an Transparenz, sodass die Sicht des Betroffenen immer weiter beeinträchtigt wird. Oft bekommen die Betroffenen dies allerdings sehr spät mit, da es sich hier um einen schleichenden Prozess handelt.

Auch die verschiedenen Symptome werden von den Betroffenen individuell wahrgenommen und sind bei verschiedenen Trübungsformen unterschiedlich stark ausgeprägt.

Etwas geschichtliches zum Grauen Star am Rande:

Der lateinische Begriff für den Grauen Star ist die „Katarakt“, was übersetzt „Wasserfall“ bedeutet . Früher glaubte man nämlich dass die Katarakt eine geronnene Flüssigkeit sei, die sich, vom Gehirn her kommend, vor die Linse ergossen habe.
Auch das deutsche Wort „Star“ kommt nicht von der Vogelart, sondern von dem stieren Blick der Sehbehinderten (dem Starren).

Auch gibt es unterschiedliche Formen bzw. Ursachen des Grauen Stars:

  • Alterskatarakt (Katarakta senilis), die häufigste Form mit ca. 90%
  • Katarakt durch eine Verletzung (Katarakta traumatica)
  • Angeborene Formen (Katarakta congenita)
  • Katarakt bei systemischen Erkrankungen
    (z.B. sog. Katarakta diabetica bei Diabetes)
  • Strahlenkatarakt
    (z.B. durch Infrarot oder Röntgenstrahlung)
  • durch Medikamente ausgelöste Katarakt
    (z.B. Cortison, Steroide oder Drogen)
  • Blitzstar
    (durch Blitzschlag ausgelöster Katarakt)

Wie ihr seht ist der Alterskatarakt die häufigste Form. Die anderen kommen eher seltener vor. Doch nun kommt noch die Frage:

Wie entsteht eigentlich ein Grauer Star?

Im Laufe der Jahre lagern sich immer mehr Linsenfaserablagerungen an der Augenlinse ab. In jungen Jahren ist die Linse noch sehr flexibel und besitzt eine gute Elastizität. Diese Elastizität ist unter anderem für die Akkommodation verantwortlich.
Durch diese ist eine Verformung der Augenlinse möglich (Akkommodation), die allerdings mit zunehmendem Alter immer mehr nachlässt. Der Vorbote ist hier also die Presbyopie.
Nicht nur die Flexibilität der Augenlinse lässt durch diese Linsenfaserablagerungen immer weiter nach, auch folgt eine Art Nebel-/Schleiersehen mit der Zeit, dem Grauen Star.

Arten des Grauen Stars:

Es wird hier zwischen 2 Arten unterschieden:
zum einen der Kernstar und zum anderen der Rindenstar.

Kernstar
Hier handelt es sich um eine zunehmende Linsenfaserablagerung die im Kern beginnt. Dieser beeinträchtigt vor allem das Sehen in der Ferne & ist oft mit einer gewissen Kurzsichtigkeit verbunden. Häufig kommen beim Kernstar leider auch Doppel- oder Mehrfachbilder vor.
Außerdem kann es passieren dass jemand, der zuvor weitsichtig war, plötzlich in der Nähe besser sieht. Somit also auf einmal kurzsichtig wird.

Rindenstar
Hier beginnen die Trübungen am Rand der Linse und wachsen immer weiter zur Mitte hin, bis zum Linsenkern. Der Rindenstar ist die häufigste Variante des altersbedingten Grauen Stars. Typische Ursachen sind hier Stoffwechselstörungen oder Wassereinlagerungen zwischen den Linsenfasern.
Vor allem abends, wenn die Pupille weit geöffnet ist, wird eine verstärkte Blendempfindlichkeit bemerkt. (z.B. durch helle Scheinwerfer des Gegenverkehrs beim Autofahren). Sehbehinderungen treten erst auf, wenn die Trübungen zentrale Bereiche der Linse erfassen.

Und welche Symptome haben die Betroffenen?

Nach und nach verschlechtert sich die Sehfähigkeit des Betroffenen. Kontraste werden weniger wahrgenommen, wodurch das Umfeld nur noch verschwommen, ähnlich wie durch Nebel, gesehen wird. Das Auge wird außerdem empfindlich gegen Blendung, da durch die Linsentrübung eine diffuse Lichtbrechung entsteht.
Auch können in manchen Fällen Doppelbilder entstehen.

Im Spätstadium verschlechtert sich die Sehkraft so drastisch, dass es fast zur Erblindung kommt. Die Graufärbung der Pupille kann für andere sogar sichtbar werden. Auf Fotos bekommen diese Personen z.B. auch keine “roten Augen” mehr.

Wie wird der Grauer Star behandelt?

Die Behandlung erfolgt hier operativ. Dabei wird die getrübte Linse entfernt und stattdessen eine Kunstlinse in das Auge eingesetzt.
Zur Entfernung der Linse wird das Auge am Rand der Hornhaut durch einen kleinen Schnitt geöffnet. Durch diese minimale Öffnung wird die trübe Linse entfernt, indem sie mit Ultraschallwellen zerkleinert und dann abgesaugt wird. Anschließend wird ein künstliches Linsenimplantat in der passenden Stärke eingebracht.

Bei Nicht-Behandlung des Grauen Stars kann es zunehmend zu einer Verhärtung der Augenlinse kommen. Dadurch wird eine spätere Entfernung der Linse immer schwieriger und vor allem auch risikoreicher.

Doch wie können wir als Augenoptiker eigentlich helfen?

Nach solch einer Operation ist das Sehvermögen weitestgehend wiederhergestellt. Normalerweise ist jedoch eine Lesebrille wieder erforderlich, in manchen Fällen aber auch eine Fernbrille. Wichtig ist, dass sich der Kunde 4-6 Wochen nach der OP Zeit lässt für einen Sehtest. Das Auge muss erstmal verheilen und durch einen Augenarzt regelmäßig kontrolliert werden.

Doch auch vor einer Operation kann den Betroffenen durch eine Brille geholfen werden. Beispielsweise kann eine Sonnenbrille helfen Blendungen zu reduzieren und Kontraste wieder zu steigern. Auch eine Leuchtlupe kann beim Lesen eine Unterstützung darstellen und so dem Kunden im Alltag ein gutes Hilfsmittel sein.